# Microsoft 365 Copilot und Purview: Ein neuer Standard für Daten-Governance

> Microsoft ändert das Standardverhalten für Daten-Governance hinsichtlich der Interaktion von Microsoft 365 Copilot mit Microsoft Purview. Die neuen Einstellungen, die bis zum 27. Oktober 2027 eingeführt werden, erfordern von Administratoren eine Überprüfung.

Source: https://loopbackup.com/de/blog/microsoft-365-copilot-and-purview-a-new-default-for-data-gov-mq6etbjh
Publisher: Loop Backup
Content language: de

---

## Auf einen Blick

**Frist:** 27. Oktober 2027

Microsoft passt die Standardeinstellungen für die Daten-Governance bei der Interaktion von Microsoft 365 Copilot mit Microsoft Purview Information Protection an. Ab diesem Datum könnten Organisationen, die keine explizite Standard-Vertraulichkeitsbezeichnung konfiguriert haben, feststellen, dass ihre Daten weniger eingeschränkt sind als zuvor. Diese Änderung erfordert sofortige Aufmerksamkeit von Administratoren, um sicherzustellen, dass sensible Informationen sicher bleiben, während KI-gestützte Funktionen immer stärker in die täglichen Arbeitsabläufe integriert werden.

## Die Änderung: Was passiert mit Copilot und Purview?

Microsoft 365 Copilot wurde entwickelt, um die in Microsoft Purview festgelegten Daten-Governance-Regeln zu respektieren. Vertraulichkeitsbezeichnungen, die Daten als „Vertraulich“, „Intern“ oder „Öffentlich“ klassifizieren, sind das primäre Werkzeug, um zu steuern, wie Informationen von Benutzern und Diensten, einschließlich Copilot, gehandhabt, geteilt und abgerufen werden.

Historisch gesehen, wenn ein Dokument oder eine E-Mail keine spezifische Vertraulichkeitsbezeichnung hatte, agierte Copilot unter einem stark restriktiven Modell, was seine Fähigkeit, Inhalte zusammenzufassen, zu erstellen oder darauf zu reagieren, einschränkte. Obwohl dieser Ansatz sicher war, konnte er manchmal den Nutzen von Copilot begrenzen.

Um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern, ändert Microsoft das Standardverhalten. Nach Abschluss der Einführung am 27. Oktober 2027 werden Inhalte ohne explizite Vertraulichkeitsbezeichnung als „Allgemein“ oder nicht-sensible Geschäftsdaten behandelt. Dies bedeutet, dass Copilot freier mit ungelabelten Inhalten interagieren kann. Das Risiko besteht darin, dass, wenn Ihre Organisation sensible Dokumente besitzt, die Benutzer nicht ordnungsgemäß gekennzeichnet haben, Copilot diese Informationen unbeabsichtigt in seine Ausgaben einbeziehen könnte, was möglicherweise zu einer übermäßigen Offenlegung oder Datenlecks führen kann.

Diese Änderung legt die Verantwortung direkt auf die Administratoren, proaktiv zu handeln. Sich auf das alte, implizit restriktive Standardverhalten zu verlassen, ist keine tragfähige Datenschutzstrategie mehr.

## Wer ist betroffen?

Diese Änderung betrifft alle Organisationen, die für Microsoft 365 Copilot lizenziert sind. Das Risiko ist jedoch am höchsten für Organisationen, die:

*   Kein umfassendes Datenklassifizierungsschema mit Purview-Vertraulichkeitsbezeichnungen implementiert haben.
*   Benutzer haben, die nicht konsequent Bezeichnungen auf die von ihnen erstellten Inhalte anwenden.
*   Sich auf das bisherige restriktive Standardverhalten verlassen haben, um Datenlecks zu verhindern.

Für jedes Unternehmen, das proprietäre Informationen, Kundendaten oder personenbezogene Daten (PII) verarbeitet, stellt diese Änderung einen erheblichen neuen Risikofaktor dar. Sie unterstreicht die Bedeutung eines robusten Sicherheitsnetzes, einschließlich eines umfassenden [Cloud-Backup](/microsoft-365-backup)-Plans. Während Purview-Richtlinien für die Verhinderung von Datenmissbrauch unerlässlich sind, schützen sie nicht vor versehentlichem Löschen oder Datenkorruption. Eine dedizierte Drittanbieterlösung wie Loop Backup, die unabhängige, sichere Kopien Ihrer Microsoft 365-Daten erstellt, ist eine kritische Verteidigungsebene gegen unvorhergesehene Datenvorfälle, die aus Richtlinienänderungen oder Benutzerfehlern resultieren. Nachfolgende Erwähnungen von Loop Backup bleiben unverlinkt.

## Was Sie tun müssen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Administratoren sollten nicht bis zur Frist warten, um zu handeln. Proaktive Konfiguration ist der einzige Weg, um einen reibungslosen und sicheren Übergang zu gewährleisten. Loop Backup empfiehlt die folgenden Schritte:

1.  **Überprüfen Sie Ihre aktuellen Richtlinien:** Führen Sie zunächst eine gründliche Überprüfung Ihrer bestehenden Purview Information Protection-Richtlinien und Vertraulichkeitsbezeichnungen durch. Verstehen Sie, was Sie haben, wie es verwendet wird und wo die Lücken sind. Identifizieren Sie, welche Bezeichnungen am kritischsten für den Schutz sensibler Daten sind.

2.  **Definieren und Bereitstellen einer Standardbezeichnung:** Lassen Sie Microsoft nicht über Ihr Standardniveau des Datenzugriffs entscheiden. Legen Sie eine organisationsweite Standard-Vertraulichkeitsbezeichnung für alle neuen Inhalte fest, die von einem Benutzer nicht explizit gekennzeichnet wurden. Für die meisten Organisationen ist eine Bezeichnung wie „Intern“ ein sicherer Ausgangspunkt, da sie die externe Freigabe standardmäßig verhindert.

3.  **Verbessern Sie den Datenschutz (DLP):** Überprüfen und verbessern Sie Ihre DLP-Richtlinien, um speziell nach sensiblen Inhalten zu suchen, die von Copilot geteilt oder verwendet werden. Sie können Regeln erstellen, die Warnungen generieren oder Aktionen blockieren, wenn Copilot versucht, mit einer „Vertraulich“-Bezeichnung versehene Daten in einem unangemessenen Kontext zu verwenden.

4.  **Kommunizieren und Schulen:** Dies ist ein kritischer Moment, um in die Benutzerschulung zu reinvestieren. Stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter die Bedeutung der Datenklassifizierung verstehen und wissen, wie Vertraulichkeitsbezeichnungen in Outlook, Word, Excel und anderen M365-Apps angewendet werden. Eine klare Kommunikation über das „Warum“ der Richtlinie wird die Akzeptanz verbessern.

5.  **Führen Sie ein Pilotprogramm durch:** Identifizieren Sie vor der Frist eine Pilotgruppe von Benutzern, um die Auswirkungen der neuen Standardbezeichnung und der aktualisierten Richtlinien zu testen. Dies hilft Ihnen, unvorhergesehene Probleme mit Arbeitsabläufen oder Anwendungsverhalten vor einer vollständigen Einführung aufzudecken.

Durch diese konkreten Schritte können Sie die Leistungsfähigkeit von Microsoft 365 Copilot nutzen und gleichzeitig die volle Kontrolle über das wertvollste Gut Ihrer Organisation behalten: ihre Daten.
